Musik vor toller Kulisse

SCHLOSSTURMROCK Drei Bands machen in Schwabsburg Stimmung

Schlossturm
Beim Auftritt der ersten Band hielten die Zuhörer noch respektvoll Abstand.Foto: hbz/Michael Bahr

Von Julian Peters

SCHWABSBURG. Drei Bands auf und Hunderte Besucher vor der Bühne ließen beim Schlossturmrock das Schwabsburger Wahrzeichen beben. Dabei dauerte es ein wenig, bis die Stimmung ihren Höhepunkt erreichte, beim Auftritt der ersten Band, "Mindspoken" war die Zahl der Zuhörer, die sich in respektvollem Abstand um die Bühne scharte, noch relativ klein. Dennoch gab die seit drei Jahren bestehende Band aus Gau-Köngernheim um Frontsängerin Patricia Lozinski mit selbst geschriebenen Songs ordentlich Gas. Einfallsreich etwa der Titel "No Lyrics", aus diesen beiden Worten nämlich bestand auch der Refrain ausschließlich. Verpackt in ein rockiges Klanggewebe und unterstützt von gelegentlichen Gesangseinsätzen des ersten Gitarristen wurde die Botschaft dem gegen Ende des Auftritts zahlreicheren Publikum entgegengeschleudert.

Ausgerichtet wurde der Schlossturmrock vom MGV 1884 Schwabsburg. "In diesem Jahr feiern wir unser erstes kleines Jubiläum", freuen sich die Vorstandsmitglieder Heiko Beck und Thomas Hambrech über die fünfte Veranstaltung dieser Art. "Das alles ist aber nur wegen der großen Unterstützung der Schwabsburger möglich, die sich nicht über die Lärmbelästigung beschweren, sondern im Gegenteil auch noch tatkräftig mit anpacken", zeigt sich Beck dankbar für die Unterstützung vieler Nichtmitglieder, etwa beim Essens- und Getränkeverkauf. Erstmals konnten die Besucher Buttons zum Preis von drei Euro erwerben. "Damit wollten wir eine Erhöhung der Getränkepreise umgehen und sicherstellen, dass der Eintritt zum Schlossturmrock auch weiterhin grundsätzlich frei bleibt", erläutern Back und Hambrech.

Als nächstes trat die Formation "Fümpf" auf, die mit Coverversionen eher unbekannter Musiktitel von namhaften Bands, etwa Led Zeppelin, aufwartete. Charakteristisch für die fünf Musiker war zum einen die stimmgewaltige Leistung von Leadsänger Flemming Strupp, zum anderen der Wechsel von lautstark vorgetragenen Songteilen und ruhigeren Elementen, die teilweise auch ausschließlich instrumental bestritten wurden.

Für die Dritten im Bunde, "The incredible Dexter Band", ist der Auftritt in Schwabsburg etwas Besonderes, wie Schlagzeuger Jürgen Hertling versichert. "Man hat als Band wirklich Spaß, hier zu spielen, die Kulisse ist etwas ganz Besonderes." Mit bekannten Liedern aus den Siebzigern und Achtzigern wollen sich die sieben Musiker in die Herzen der Zuhörer spielen: "Die Leute sollen Spaß haben an der Musik, mit der sie groß geworden sind", so Hertling. Und als der fast wolkenlose Himmel langsam von einem dunklen Blau zu einer Schwarzfärbung übergegangen war und die "Dexters" die ersten Töne aus den Boxen in Richtung eines mittlerweile ziemlich gut gefüllten Plateaus vor Turm und Bühne schickten, wurde auch die Einmaligkeit der Kulisse deutlich. Das Schwabsburger Wahrzeichen, in gelbliches Licht getaucht, bebte.

Allgemeine Zeitung Mainz vom 07.07.2009